Christian Pfadenhauer, the new generation of German VO talents

Christian Pfadenhauer is a young German voice talent with a deep and positive voice. He belongs to a new generation of voice artists that have witnessed the transition towards the online market. In this interview in German he tells us his perspective on working in the biggest European VO market.

Translation in English follows, then the transcription of the German interview.

What kind of changes have you witnessed in the VO industry in Germany ever since you started as a talent?

In recent years I have witnessed an influx of aspiring voice talents, people with no previous experience but who open up a home studio and quickly offer their voicing services. The result is that prices collapse. When I started 15 years ago, I used to record around 10 ads for local studios around Cologne. Internet has changed all that, so I record less and less in those studios and more and more at home. In Germany most studios nowadays have recognized the business advantage of working with distant private home studios, because they offer more flexibility and provide a faster delivery. Even if you record in the establish, studio you might end up finishing the job or doing the retakes at your home studio and that is handy. This is a great change, because I remember 10 or 15 years, many studios were reluctant to distant recording on home studios, but now they lean toward the advantages that form of recording entails.

Internet and home-studios, what does this combination mean?

With Internet there are more and more voice talents so there is more competition. On the other hand I see new online agencies that are seeking talents. The advantage of the Internet is that you can build up a network which allow clients to find you. No doubt this is a very positive development, although it is clear that competition increases and breaks the traditional loyalty of clients towards certain voices. For example, studios in Cologne used to call only those voice talents who live around in the area. Now the studio does not care anymore where you live, so they actually look for talents outside Cologne.

What’s your strategy to land VO jobs. How do potential clients get to know your services?

To promote my voicing services I simply call studios on the phone. I first ask them if their business goes beyond music recording, if they also do voice-overs. If they do I just send them my samples by e-mail. A key element in this marketing strategy is the website. We can’t deny its importance today.  I have clients who have been using my VO services for over 10 years. They keep on coming to me once a month or a couple of times every year.  I’m always honest and straight to them. I don’t want that the studios take advantage of me, as I do not want to take advantage of them.

Do you believe that the way to go is diversifying beyond just voice-over recordings? For instance, how about offering audio post-production services?

I don’t think that’s a good idea to diversify your services beyond voice acting. I can say that I am professional in narrating scripts, but I am not professional in tasks like editing or postproduction. It is true that I can ensure a basic edition, but adjust the audio to pictures, I rather leave it to the editors.

What would you advice aspiring voice talents?
It’s not  really easy to get started in this craft. It’s better to think twice before attempting to make a living out of voice acting, because you need to buy professional equipment: microphones, preamps, computer, etc. It’s not cheap, you can start at  4000 €. So I would advice to save that money and make sure you have actually the skills to become a fully fledged voice talent. In the first place, I would be in touch with a local studio and ask how to get a chance to test the voice, reading a script. If they are happy with the result, then ask to be part of their voice bank. In sum I think it’s best to start small.

GERMAN TRANSCRIPTION

Wo arbeitest du eigentlich in Deutschland? 

Christian: Also, ich wohne selbst in der Nähe von Köln – zwischen Köln und Düsseldorf. Das Örtchen nennt sich Leichlingen, relativ beschaulich, 30.000 Einwohner. Und es ist so, dass ich also viel von zu Hause aus arbeite. Ich habe mein eigenes kleines Studio und spreche bei mir die meisten Texte ein und verschicke sie dann, deutschlandweit. Oder auch in das benachbarte Ausland. Und ansonsten, wenn ich Außen-Jobs habe, dann sind die meistens in Köln oder in Düsseldorf. Ganz selten mal in Frankfurt.

Bitte, erzähle uns, wie hast Du als Profi-Stimme, als Sprecher begonnen? 

Christian: Ja, das war 1994. Da war ich gerade 18 Jahre alt, habe meine ersten Werbespots gesprochen, hier und da Lokal-Werbespots. Und habe mir ein bisschen Geld nebenbei verdient. Vier Jahre später bin ich dann nach Köln gezogen, wollte eigentlich Mathe- und BWL-Lehrer werden. Ich habe dann studiert, an der Uni in Köln. Und habe mich ungefähr zur gleichen Zeit selbständig gemacht als hauptberuflicher Sprecher. Und, ja, das hat dann irgendwie so eine Eigendynamik angenommen, und irgendwann war einfach die Zeit nicht mehr da zum Studieren. Und dann war ich Haupt-Sprecher. #00:01:39-6#

Kannst du uns ein bisschen dein Home-Studio beschreiben? 

Christian: Mmh, klar. Also zu meinem Studio zu Hause gehört halt Mikrofon… eine Sprecherkabine habe ich jetzt nicht. Bei mir das Büro ist relativ klein, und in der Ecke hängt dann an der Wand Noppenschaum und ein schwerer Vorhang. Und darin ist halt das Mikrofon. Dann… zum Mikrofon gehört ein Pop-Schutz, damit die P-Laute nicht so sehr hart reinkommen, ein kleines Mischpult und ein Rechner. Heutzutage braucht man eigentlich nicht mehr.

Welche Veränderungen hast du in diesem Beruf gesehen in den letzten Jahren in Deutschland? 

Christian: Ja, es hat sich schon sehr geändert. Man muss sagen, dass immer mehr andere Sprecher auf den Markt kommen. Jeder, der irgendwie mal im Studio oder so gearbeitet hat, versucht sich dann als Sprecher. Und das macht einerseits ein bisschen die Preise kaputt. Also so, dass… vor zehn Jahren waren Preise für Werbung oder für Industriefilme, die waren noch viel höher für den Sprecher als heute. Und es ist halt so, dass die Konkurrenz halt mehr wird, und dann wird es schon ein bisschen schwierig, sich am Markt durchzusetzen. Also, ich habe damals zum Beispiel, als ich angefangen habe, da habe ich pro Tag ungefähr so zehn – ja, so um die zehn Lokal-Werbespots gehabt. Das ist relativ eingebrochen bei mir. Dafür ist bei mir zum Beispiel jetzt mehr Industriefilme oder Werbefilme, Voice-over-Geschichten – das hat bei mir jetzt zugenommen.

Internet und Home-Studio – was bedeutet diese Kombination? 

Christian: Ja… wobei ich sagen muss, dass ich früher – also, vor zehn, fünfzehn Jahren – dass ich noch wesentlich mehr Jobs in Außenstudios hatte. Und das hat auch abgenommen. Heutzutage ist es wirklich so, dass die Studios den Vorteil erkannt haben, wenn ein Sprecher zu Hause ein eigenes Studio hat. Dann ist er flexibel, dann ist er schnell einsetzbar. Wenn noch irgend etwas geändert werden muss, dann kann er das direkt zu Hause machen. Und ich weiß noch, vor zehn, fünfzehn Jahren, da haben die Studios das immer so gesehen, dass der Sprecher, wenn der ein eigenes Studio hat, dass der Konkurrenz zum Außenstudio ist. Und das war vor zehn, fünfzehn Jahren noch nicht so gerne gesehen. Heutzutage sehen die Studios die Vorteile.

Also, es sind viele Sprecher am Markt, viel Konkurrenz. Aber auch mehr Wettbewerb, mehr Arbeit? 

Christian: Durch das Internet gibt es natürlich auch verschiedene Sprecher-Agenturen, über die man gebucht wird. Und das ist natürlich auch positiv. Man muss auch sagen, das Internet hat es erst möglich gemacht, dass man irgendwie auch gefunden wird. Bei einem Großteil meiner Kunden ist es also so, dass die mich irgendwie durch das Internet.., oder dass ich durch das Internet bekannt geworden bin, und dass sie so zu mir gestoßen sind. Mit Sicherheit ist das positiv. Nachteil ist natürlich wirklich die Konkurrenz, und dass die örtliche Präferenz absolut wegfällt. Ein Sprecher, oder ein Studio, das zum Beispiel in Köln ist, da war es früher so, dass einfach Sprecher, die in Köln waren, sind in diesem Studio gebucht worden. Und heute ist es halt so, dass diese Sprecher – oder dass das Studio gar nicht mehr darauf angewiesen ist, wo der Sprecher überhaupt sitzt.

Um Aufträge zu gewinnen, was ist deine Strategie? Wie wirst du bekannt bei potentiellen Kunden? 

Christian: Also, es ist halt so, man kann Kalt-Akquise machen. Das heißt, man ruft also bei Studios an, fragt nach, ob in dem Studio – ob das Studio hauptsächlich Musikproduktion hat oder auch Sprachaufnahmen, Fall-Sprachaufnahmen. Ob sie noch Sprecher suchen für die Datenbank. Und dann wird einfach Referenz-Material zugemailt. Die eigene Homepage ist natürlich auch sehr wichtig. Das darf man heutzutage nicht verkennen. Allerdings ist es bei mir so, dass ich den Großteil meiner Kunden schon zehn Jahre habe. Und die kommen immer wieder auf mich zu. Es gibt bei mir Studios, die kommen alle zwei, drei Tage auf mich zu, für kleinere Produktionen. Und es gibt Studios, die kommen vielleicht nur zweimal im Jahr auf mich zu. Aber der größte Teil meiner Auftraggeber, das sind eigentlich treue Kunden. Und die Strategie ist eigentlich, dass ich ehrlich bin. Ich sage immer auch bei meinen Preisen: Ich will nicht, dass ich über den Tisch gezogen werde vom Studio. Ich will aber auch nicht, dass das Studio sich von mir über den Tisch gezogen fühlt.

Ein Profi-Sprecher soll vielleicht sein Geschäft diversifizieren, indem er weitere Dienste anbietet, neben den Aufnahmen. Zum Beispiel Audio-Editing oder Post-Produktion? 

Christian: Also, ich finde das nicht. Man sollte solche Arbeiten wirklich den Studios überlassen. Also, ich weiß, dass ich zum Beispiel Profi im Sprechen bin. Und bin mit Sicherheit kein Profi im Schneiden oder in irgendwelchen Post-Produktionen. Ich muss sagen, ich werde für das Sprechen bezahlt. Es gehört natürlich auch zum Job dazu, wenn ich jetzt irgend einen größeren Film habe, dass ich Grobschnitt mache. Aber dieses finale Scheiden, ich finde, das sollte man doch auch den Profis im Studio überlassen.

Christian, welchen Rat würdest du anderen Sprechern geben, die jetzt beginnen?  

Christian: Also, ich glaube, dass es relativ schwer ist, wenn man heutzutage beginnen will. Ich würde jetzt auch nicht direkt ein eigenes Studio besorgen. Das heißt, also ein Mischpult kaufen, Mikrofon kaufen. Es ist zwar nicht viel Equipment, aber es ist relativ teuer. Und dadurch, dass Mikrofon, Mischpult, USB-Interface, Computer und so weiter – ist man doch insgesamt schon bei 4.000,- Euro. Und das Geld würde ich mir am Anfang zumindest sparen, wenn ich nicht genau weiß, ob ich den Einstieg schaffe. Ich würde versuchen, bei Studios, die bei mir in der Nähe sind – jetzt zum Beispiel bei mir wäre das in Köln – würde ich halt in Köln anrufen. Würde vielleicht Casting-Termine vereinbaren. Dass ich da hinkomme, probiere mal aus, ob ich geeignet bin oder nicht. Und würde so versuchen, in die Sprecher-Bank reinzukommen. Ja, und würde es dann eher ein bisschen langsamer anlaufen lassen

 

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